Digitalisierung und das bedingungslose Grundeinkommen!?
Bedingungsloses Grundeinkommen
Das Thema bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) ist ein komplexes und umstrittenes Thema. Es hat wirtschaftliche und soziale Auswirkungen. Manche meinen, man könne mit dem BGE die Auswirkungen der Automatisierung und der Digitalisierung auf die Arbeitslosigkeit abfedern.
Weil künstliche Intelligenz und Robotik sich verbreiten, werden viele Arbeitsplätze automatisiert. Menschen werden arbeitslos. Ein bedingungsloses Grundeinkommen lässt diese Menschen weiterhin ein Auskommen haben und sich neu orientieren.
Gegen ein solches Konzept spricht das Argument, dass die Wirtschaft zu stark belastet ist. Zudem stellt sich die Frage, wie ein solches Vorhaben finanziert wird.
Geschätzte Kosten
Die Kosten für ein BGE hängen von verschiedenen Faktoren ab.
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Wie hoch soll das Grundeinkommen sein?
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Wie viele Menschen sollen es erhalten?
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Wie soll das BGE finanziert werden?
Schätzungen gehen von 200 Milliarden Euro an jährlichen Kosten für ein BGE in Deutschland aus. 200 Milliarden Euro sind viel und lassen sich nicht so leicht finanzieren. Ein jährlicher 'Doppelwumms' hilft nicht weiter.
Andere Schätzungen liegen deutlich höher. Sie bewegen sich im Billionen-Bereich.
Allerdings wird oft vergessen, dass der Wegfall von Arbeitsplätzen das Sozialsystem in jedem Fall belastet.
Wie finanzieren wir das BGE?
Wie wäre es, wenn wir die Wertschöpfung durch maschinelle Arbeit anders besteuern als die durch menschliche Arbeit? Unternehmen, die viel Automatisierungstechnologie einsetzen und dadurch weniger Arbeitsplätze für Menschen schaffen, zahlen mehr Steuern.
Ein Ansatz ist die Idee einer Roboter-Steuer. Sie verpflichtet Unternehmen dazu, einen Prozentsatz ihres Gewinns in einen Fonds einzuzahlen.
Ein weiteres Modell ist die Besteuerung von Unternehmen, die von der Automatisierung profitieren. Sie zahlen ihre dadurch entstehenden Einnahmen in einen Fonds ein.
Mit dem Geld aus diesem Fonds wird das BGE finanziert.
Ein einfache Lösung, das bedingungslose Grundeinkommen zu finanzieren, gibt es nicht. Dennoch glaube ich, dass es notwendig ist, zukünftig maschinelle Arbeit zu besteuern.
Wenn Unternehmen maschinelles Lernen, künstliche Intelligenz und andere Automatisierungen einsetzen, erwirtschaften sie Gewinne und reduzieren gleichzeitig Arbeitsplätze für Menschen.
Pilotprojekte zum Grundeinkommen
Pilotprojekte zum BGE wurden teilweise schon vor Jahrzehnten in verschiedenen Ländern durchgeführt, um die Auswirkungen dieser Idee auf die Gesellschaft zu untersuchen.
In Deutschland läuft seit Mitte 2021 das Pilotprojekt 'Mein Grundeinkommen'. 122 Personen erhalten ein bedingungsloses Grundeinkommen von 1.200 Euro pro Monat für einen Zeitraum von 12 Monaten.
Es gibt eine Vergleichsgruppe, die kein bedingungsloses Grundeinkommen erhält, aber regelmäßig befragt wird, um die Auswirkungen auf die Lebensqualität, die Arbeitsmotivation und die soziale Sicherheit zu vergleichen.
Weiterführende Informationen zu der Studie in Deutschland finden Sie auf der deutschen Website Pilotprojekt Grundeinkommen.
Fazit
Ob BGE oder nicht, die Reduzierung von Arbeitsplätzen geht zu Lasten des sozialen Systems. Das führt zu steigender Arbeitslosigkeit und zu Problemen, die die Gesellschaft im Gesamten abfangen muss.
Maschinelle Arbeit wird bislang maximal über den Gewinn versteuert. Das reicht zukünftig nicht mehr aus. Es braucht Lösungsansätze, die wir heute schon denken und mit deren schrittweisen Umsetzung wir heute beginnen müssen.
Maschinelle Arbeit zunehmend und menschliche Arbeit Stück für Stück weniger zu besteuern, hat einen weiteren positiven Effekt. Der Prozess würde nicht ganz so schnell, wie es sich gerade andeutet, an Fahrt gewinnen. Es gäbe uns allen Zeit, uns auf die neue Situation einzustellen.
Ich halte es für wichtig, gut zu beobachten und zu analysieren, wie sich Automatisierung und künstliche Intelligenz auf die Arbeitswelt auswirken. So können wir notwendige Maßnahmen rechtzeitig ergreifen. Wir können die Chancen der Automatisierung nutzen. Ich bin überzeugt, dass es zu einer höheren Nachfrage nach Fähigkeiten wie Datenanalyse, Programmierung und kreativer Arbeit kommen wird.
